Ansichtskarten des Sammelgebietes: Deutsches Eck

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Name:
Deutsches Eck
Suchbegriffe:
Deutsche
Koordinaten:
-
Beschreibung:
Das Deutsche Eck ist eine Landzunge an der Mündung der Mosel in den Rhein in Koblenz. Hier wurde 1897 ein monumentales Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. errichtet. Der Denkmalsockel diente von 1953 bis 1990 als Mahnmal der Deutschen Einheit. Am linksrheinischen Ufer zweigen vom Deutschen Eck die Rheinanlagen, am rechten Moselufer das Peter-Altmeier-Ufer ab.

Im 19. Jahrhundert wurde das Areal über eine Mole mit einer vorgelagerten Sandbank verbunden, um einen Nothafen an der Moselmündung zu schaffen. Mole und Sandbank trugen im Koblenzer Volksmund den Namen Honsschwanz (Hundsschwanz), weil sie geografisch den letzten Ausläufer des Hunsrücks bildeten.

Einige Wochen nach dem Tode Kaiser Wilhelms I. im Jahre 1888 machte sich in staatlichen wie privaten Kreisen die Idee breit, dem verewigten Fürsten als Dank für die in drei Kriegen (1864, 1866, 1871) erkämpfte Einigung Deutschlands ein Denkmal zu errichten. Unter den zahlreichen Bewerbern um den Standort war auch Koblenz. Die Standortentscheidung überließ man dem jungen Kaiser Wilhelm II., der sich 1891 für Koblenz und die Stelle am Zusammenfluss von Mosel und Rhein entschied. Nachdem man das erforderliche Gelände durch Zuschütten des Hafens geschaffen und eine nationale Sammelaktion die erforderliche Million Mark erbracht hatte, konnte das Kaiser-Wilhelm-I.-Denkmal der Rheinprovinz errichtet und am 31. August 1897 unter Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch verlagerte sich nun der Name Deutsches Eck von der Deutschordensballei auf das Areal des neuen Denkmals.

Das Denkmal ist 37 Meter hoch, wobei 14 Meter auf das Reiterstandbild entfallen. Es beruht auf den Plänen des Architekten Bruno Schmitz, bekannt durch das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica, das Kyffhäuserdenkmal und das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. Das Reiterstandbild hat der Bildhauers Emil Hundrieser gestaltet. Es zeigt den Kaiser in Generalsuniform mit wallendem Mantel. Eine Genie führt das Pferd und trägt in der anderen Hand ein Kissen mit der Kaiserkrone. An der Front des Denkmals findet man ein Relief mit dem Reichsadler, der Schlangen packt und Feinde bedrängt. Darüber ist in großen Lettern Wilhelm dem Großen eingemeißelt, was als Versuch Kaiser Wilhelms II. zu verstehen ist, einen Titel populär zu machen, der sich aber nicht durchsetzen konnte. Auf dem oberen Teil des Sockels sind die beiden letzten Verse des Gedichtes Frühlingsgruß an das Vaterland des Koblenzer Dichters Max von Schenkendorf zu lesen: Nimmer wird das Reich zerstöret,/ Wenn ihr einig seid und treu! Dieses Denkmal war wie das Niederwalddenkmal über Rüdesheim und die weiteren in dieser Zeit gebauten Kaiser-Wilhelm-Denkmäler Ausdruck des selbstbewussten wilhelminischen Zeitgeistes. Namhafte Kritik begann sich daher erst mit Ende des Kaiserreiches zu regen. Demokraten monierten die Verherrlichung des verblichenen Kaisertums, die pazifistische Bewegung sah das Denkmal als Verkörperung des wilhelminischen Militarismus und Großmachtstrebens. So schrieb der Satiriker Kurt Tucholsky in seiner Reportage Denkmal am Deutschen Eck:

„Wir gingen auf der breiten, baumbestandenen Allee; […] dann standen da keine Bäume mehr, ein freier Platz, ich sah hoch … und fiel beinah um. Da stand – Tschingbumm! – ein riesiges Denkmal Kaiser Wilhelms des Ersten: ein Faustschlag aus Stein. Zunächst blieb einem der Atem weg. Das Ding sah aus wie ein gigantischer Tortenaufsatz und repräsentierte jenes Deutschland, das am Kriege schuld gewesen ist – nun wollen wir sie dreschen! In Holland.“
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